„In Mattias Timanders Debüt Dein Wille wohnt in den Wäldern ist Herkunft nicht nur Thema, sondern Bedingung des Erzählens. Der 2024 von Veronika Siska gegründete Allee Verlag macht literarische Stimmen aus Europa zugänglich, deren Sprachen und Perspektiven auf dem deutschsprachigen Buchmarkt bislang unterrepräsentiert sind. Dein Wille wohnt in den Wäldern steht exemplarisch für dieses Programm. Timanders Erzählkunst, Hanna Granz’ Übersetzung und Veronika Siskas verlegerische Haltung greifen darin auf besonders überzeugende Weise ineinander“, so die Jury in ihrer Begründung.
Das wurde am Freitag, 9.10.2026, bei der BUCHMESSE in Frankfurt offiziell bekanntgegeben.
Der mit 5000 Euro dotierte Preis der Hotlist geht 2026 an den Allee Verlag in München für den Roman Dein Wille wohnt in den Wäldern von Mattias Timander, aus dem Schwedischen übersetzt von Hanna Granz.
Den Dörlemann ZuSatz erhält der zeitkind Verlag aus Meilen bei Zürich für das Buch 41515 Wörter/слов von Vera Martynov und damit einen Satzkosten-Gutschein im Wert von 1.500 Euro.
MEINE HOCHZEITSREISE IN DIE URWÄLDER VON KAMERUN erscheint im Mai, Buch 1924, erweiterte Neuauflage 2026
Reisebericht, neu aufgelegt, heutige Schrift, Zusatztext- und Zusatzbild-Informationen
Eine wohl eher jüngere Frau geht mit dem Mann auf eine Reise nach Kamerun. Die Erzählerin schreibt: „Kamerun! Allein das Wort hatte stets einen faszinierenden Reiz auf mich ausgeübt. Von allen fremden Ländern war es stets der schwarze Erdteil, der mich am meisten anzog und von diesem wiederum Kamerun. Schon als Kind verschlang ich alle sich darauf beziehenden Reisebeschreibungen und sah ich – als Hamburgerin – Dampfer der Woermannlinie nach Kamerun ausreisen, was ich mir nicht oft entgehen ließ, konnte ich mich oft eines Tränenstromes nicht enthalten, sodaß manch’ lächelnder Blick der am Kai versammelten Menschen das kleine, dicke Mädel traf, dessen Kummer allen unverständlich war. Nie hätte ich geglaubt, daß sich mein glühender Wunsch noch dermaleinst verwirklichen würde; doch das Schicksal meinte es gut mit mir, indem es mir in meinem Lebensgefährten einen Mann zuführte, der bereits 5 Jahre Kamerun bereist, eine tiefe Liebe für dieses schöne Land empfand. Er verstand und würdigte meine Sehnsucht und überglücklich war ich, als er mir als Hochzeitsgabe eine Reise nach Kamerun versprach.“ Das Buch ist ein kurzer Reisebericht, der natürlich auch unter dem Eindruck kolonialer Gesamttöne steht. Deutschland und seine Kolonien, das scheint in gewisser Weise immer noch eine Art von Standard, 1924, bei der Publikation, trotz des deutsch-kolonialen Endes nach dem Weltkrieg II. ab 1918 ff. Entsprechend sollte man das Buch auch mit einer gewissen „fragenden Distanz“ als historisches Zeitzeugnis lesen. Zudem wird man beim Bericht der Jenny Neralc inhaltlich immer eine „Zeitbedingtheit“ (ebenso der Sprache) erkennen.
Jenny Neralc, (ein mögliches Alias für Jenny Claren), Hamburgerin, hatte in Dresden an einem 4. September geheiratet, fuhr aber drei Tage danach bereits nach Hamburg, um mit ihrem Ehemann, einem Afrika-erfahrenen Menschen, früher tätig für die Deutsche Kolonialgesellschaft, nach Kamerun zu reisen. Es war ein Dampfschiff, erste Station Boulogne sur Mer, zweite Station Southampton. Nach neun Tagen gelangte das Schiff nach Santa Cruz, Teneriffa. Danach, in Las Palmas (Gran Canaria), geht es aber auf ein Schiff nach Madeira. Nach fünf Tagen kommt dort wieder ein Afrika-Dampfer der Woermann-Linie. Erster afrikanischer Hafen war Conacry in Französisch-Guinea, nächster Hafen Monrovia in Liberia. Es folgten die Häfen Grand Bassam und Cap Coast Castle. Unweit der Landungsbrücke von Lomé in „Deutsch Togo“ ging das Schiff vor Anker. Es kam noch Lagos (Nigeria) vor dem eigentlichen Ziel der Reise: Kamerun.